Dr. Karl Ludwig FRIEDRICH Knoke (1844-1928), Stammvater des Zweiges Osnabrück
Dr. Karl Ludwig FRIEDRICH Knoke (1844-1928), Stammvater des Zweiges Osnabrück
Elisabeth Mohr (1854-1923)

Karl Ludwig Friedrich Knoke (1844-1928) war der vierte und letzte Sohn des Pastors Heinrich Knoke und dessen Ehefrau Marie Brackebusch.

Friedrich  war Dr. phil., seit 1873 Gymnasiallehrer in Dessau, Bernburg und Zerbst. 1887 Professor. 1892 Direktor des Ratsgymnasiums Osnabrück, 1914 Geheimer Studienrat. Vorsitzender des Historischen Vereins und Vorstandsmitglied des Museumvereins Osnabrück, Historiker (römische Geschichte). Er war verheiratet mit Dorothea Clara Elisabeth Mohr (1853-1923).

Sie hatten 5 Söhne:

Friedrich Knoke (+ 1918)
  1. Heinrich Wilhelm Alfred Knoke (1875-1911), Bankbeamter.
  2. Karl Friedrich Knoke (1877-1918), Amtsrichter in Tholey/Rheinland. 1911 in Bleu bei Arras als Leutnant gefallen.
  3. Hermann Gerhard Knoke, früh verstorben.
  4. Karl August Hans Knoke (1884-1957), Studienrat in Lübeck.
  5. Ludwig Werner Knoke (1889-1979). 1912 an der Deutschen Bank in London. 1914 an der Banking Corporation New York. 1916 an der Irving National Bank. 1932 Assistant Deputy Governor of the Federal Reserve Bank in New York. 1937 Vice-President daselbst. Verheiratet mit Renée Bohle (1896-1985).

Friedrich Knoke war als Direktor des Ratsgymnasiums in Osnabrück, Historiker für römische Geschichte und Vorsitzender von Historischem Verein und Museumsverein aktiv an der Auffindung des Ortes der Varus-Schlacht bei Osnabrück beteiligt. Er führte einen erbitterten Streit mit den Fachgelehrten der damaligen Zeit um den Austragungsort der Varus-Schlacht, die den heute bei Kalkriese belegten Schlachtort, der schon durch Prof. Mommsen auf Grund der Münzfunde in die Barenau am Engpaß zwischen Niederung und dem Kalkrieser Berg benannt wurde, viel weiter westlich annahmen und Münzfunde als Beleg auf Grund der fehlenden exakten Fundortangaben ablehnten. Friedrich Knoke war überzeugt, daß der Austragungsort bei Osnabrück (den Paß über den Osning bei Iburg) stattfand. Bei seinen umfangreichen Recherchen zu den Kriegszügen des Germanicus legte Friedrich Knoke den ersten römischen Gebrauchsgegenstand durch Grabungen bei Kalkriese um 1899 (ein dreiarmiger Waagen-Haken bei Hof Nisse-Niewedde) in der Nähe des heutigen Ausgrabungsgeländes frei. Über die archäologische Grabungstätigkeit von Friedrich Knoke kursiert die folgende Anekdote: Bei Grabungen mit seinen Schülern fand sich ein Schwert. Der Geheimrat strahlte, es schien er habe Recht behalten gegenüber den großen Mommsen. Nachdem er das Schwert vom Moder befreit hatte fand sich sogar eine Schrift, die er mit versiegender Stimme entzifferte: „Varus seinem lieben Knoke“ – sicherlich ein gelungener Schülerstreich.

Lebenserinnerungen zu Knoke-Verwandten gibt es nur in Ausnahmen. Zu Friedrich Knoke sollen Lebenserinnerungen existieren, sind jedoch im Original verschollen. Aus der Großeltern und Ur-Großeltern-Generation sind keine Unterlagen im Archiv.

1916, Friedrich Knoke, Frau Elisabeth geb. Mohr, und Enkelsohn Gerhard Knoke (1914 geboren)